Freitag, 1. September 2017

August 2017

Der August-Trainingsmonat

Rundum zufrieden mit dem Trainings- und Wettkampfergebnissen bin ich im August und es wurde ja mal Zeit mit diesem Gefühl, das ich dieses Jahr noch nicht so oft hatte.
Das Rad lässt weiter auf sich warten, jedoch ist jetzt der "Global-Sales-Manager" von Cervelo in meinem Fall involviert und das lässt doch wieder etwas hoffen, wobei ja bekanntlicherweise die Hoffnung zum Schluß stirbt. Jetzt heißt es, etwas regenerieren aber nur kurz, denn es stehen noch ein paar Kracher in meinem Wettkampfkalender 2017. Vom 16.-17. September steht der 24 Std. Lauf in München an.

Die Distanzen im August:
29 Km Schwimm
1883 Km Rad (Spinning)
439 Km Lauf
110 Km Kraft (11 Stunden)
2462 Km Gesamt (Zu den Wochendetails hier klicken)

"Go hard or go home" war der Leitspruch des Swissultra und ich bin nicht nach Hause gegangen, sondern habe die Prüfung, einen 5-fach Ironman bestanden. Der Focus liegt jetzt auf Mexico!

 

Buchs

 

Quintuple-Ultra-Triathlon Buchs

 
"Go hard or go home" war das Motto des Swissultra in diesem Jahr und nach einigen Pleiten, Pech und Pannen wollte ich den 5-fachen Ultratriathlon day by day nur finishen, nicht mehr und nicht weniger.
Eigentlich war die Schweiz ja nur ein Test auf meinem "Weg zum Deca-Ultratriathleten" (Leon, Mexico im Oktober), aber die Veranstalltung hat diesen Status in keinster weise verdient.
Es war, wie nicht anders erwartet, alles toll organisiert. Wir hatten uns wieder bei Familie Schöb, zu der eine herzliche Freundschaft entstanden ist, ein-gemietet und wir werden in Zukunft immer dem Ruf der Schweiz zum "Swissultra" folgen, vielleicht entwickelt sich daraus noch viel mehr, mehr wird aber noch nicht verraten. #friends.

Ich steige jetzt gleich mal in den Wettkampf-Bericht bei meiner ungeliebten Disziplin ein und muß nicht immer wiederholen, wieso das Schwimmen, auch in Zukunft, ein leidiges Problem ist und bleibt. #jaesgibtschoeneres.


Tag 1 verlief einigermaßen gut und mit einer 1:35er Zeit war ich super zufrieden, wenngleich ich wusste, dass wird noch viel langsamer. Am Tag 2 ist mir dann was passiert, was ich hier nicht näher beschreiben werde, ich hatte mir nämlich am ersten Tag einen Magen-Darm-Virus eingefangen. Das ich überhaupt gestartet bin, war schon ein Wunder aber ein DNF stand in der Schweiz nicht auf meinem Plan. Die Schwimmzeit von 1:51 zeigt auch, wie ich mich am zweiten Tag gefühlt habe. Tag 3 verlief dann schon wieder mit 1:43 fast normal, nachdem ich mich mit Imodium vollgestopft habe. Vielen Dank hier an meine Freunde Dagmar und Stephan Mayer und Nadine Zahradnik, die solche Tabletten dabei hatten. Tag 4 mit 1:44 und Tag 5 mit einer Schwimmzeit von 1:42 lagen dann wieder im Bereich, den ich für den Wettkampf in Buchs geplant hatte. Diese Zeiten lassen meine Schultern zu und damit habe ich mich abgefunden.

Ohne vernünftiges Material (da meine Auswahl eigentlich groß genug ist bzw. sein sollte) musste ich zu meinem Debüt auf der Quintuble-Distanz fahren, denn das Cervelo ist nicht da und das Airon wegen eines Schaltwerkdefektes nicht einsetzbar. Also ging ich mit dem Kuota an den Start, mit dem ich in Lensahn ja auch schon 500 Km am Stück gefahren bin. In den 5 Tagen bin ich mit dem Teil jetzt 900 Kilometer auf dem Rhein-damm geradelt und was soll ich sagen, das geht auch mit "altem Material" und der Entschluss mit meinem ältesten Radel auch in Mexico zu starten, ist in der Schweiz gefallen. #gehtdoch.


Die Zeit vom 1. Tag weicht mit 7:41 etwas aus den restlichen Zeiten ab, stand aber so in meinem Plan, täglich zwischen sieben und acht Stunden zu radeln. Tag 2 mit 8:34, Tag 3 mit 8:26, Tag 4 mit 8:21 und Tag 5 mit 8:40 waren da schon viel schlechter als erwartet und dennoch war ich froh, dass mit meinen Magenproblem überhaupt so hinbekommen zu haben. Von den täglichen 180 Km Rad liegen auf dem Rheindamm nun mal 90 Km im Wind und jeder der mich kennt weiß, Wind und Berge sind nicht so mein Ding. Schwamm drüber geschafft war geschafft und nur das zählte.

5 Tage, jeden Tag nach Schwimmen und Radfahren, galt es nun einen Marathon zu laufen, was mir ja liegt und worauf ich mich auch jeden Tag gefreut habe. Doch am ersten Tag nach der Halbmarathonstrecke hat es mich dann erwischt. Den ganzen Tag hatte ich schon Darmprobleme, konnte kaum Nahrung zu mir nehmen und musste ständig auf die Toilette. Am Abend ging es dann aber richtig los, denn selbst Getränke konnte ich nur für eine Runde behalten und mir wurde Himmellangst vor dem, was in den nächsten 4 Tagen noch kommen sollte. #running.

 

Die Zeit des 1. Tages mit 5:49 war zwar die schnellste meines Wettkampfes, ist aber leicht zu begründen, es lief halt bis knapp 30 ganz gut. Tag 2 mit 6:10 war dann ein Ausreißer nach oben, bevor sich alles normalisierte. Tag 3 mit 5:56, Tag 4 mit 5:54 und Tag 5 mit 5:28 zeigt, dass es mir von Tag zu Tag besser ging und die letzten 5 Runden auf der Laufstrecke bin ich sogar ein wenig "gerannt", bahnte sich doch ein Gewitter an und nass werden wollte ich nicht. Bei bester Gesundheit hätte ich sicher meine Marathons im 5 Stunden-Bereich absolvieren können, aber am Ende kann ich zufrieden sein, denn ich hatte mich ja durchgebissen und mein Ziel zu finishen erreicht. #ultratriathlon.

Das Zielfoto sagt eigentlich alles aus. Überglücklich habe ich meinen ersten "Quintuple-Ultratriathlon" gefinisht und was noch viel wichtiger ist, ich hätte weiter machen können und wäre immer schneller geworden. Der Swissultra war für mich ein "Sicherheits-Wettkampf" und ich habe ihn bestanden. Nach 80:57:06 Stunden (15:17, 16:51, 16:22 16:17 und 16:07) war ich im Ziel und wir werden jetzt den Flug nach Leon buchen. Mit einem richtig guten Gefühl im Bauch werde ich mir meinen "ersten" Lebenstraum, einen Deca-Ultratriathlon (10fach Ultra-Ironman) anzugehen, erfüllen. 

 

WER WEISS, WAS DA NOCH ALLES IN MEINEM KOPF IST.

 

Aufs herzlichste möchte ich mich bei meiner Frau, der besten Betreuerin der Welt, dem Organisationsteam des Swissultra, den vielen Helfern und der Stadt Buchs (deren Hilfe ich vielleicht noch brauche) bedanken. Ohne das Engagement aller Beteiligten wäre ein solcher wunderschöner Wettkampf sicher nicht möglich!

 

AUF ZU NEUEN UFERN (Go hard or go home) #youneverwalkalone



Dienstag, 1. August 2017

Juli 2017

Der Juli-Trainingsmonat

Mit einem lachenden und zwei traurigen Gesichtern blicke ich auf den Juli zurück. Lachend, weil ich meinen ersten Triple-Ironman in Bad Blumau finishen konnte. Traurig weil es drei Wochen später verletzungsbedingt in Lensahn leider nicht geklappt hat.
Das zweite "traurige Gesicht" ist eigentlich untertrieben, stocksauer wäre richtiger ausgedrückt. Die Canadische Firma schafft es Monat für Monat, mich zum Narren zu halten. Ich denke jeder weiß mit dieser Aussage was anzufangen. Sollte es im August nicht klappen, ziehe ich die Reisleine.

Die Distanzen im Juli:
31 Km Schwimm
1890 Km Rad (Spinning)
219 Km Lauf
100 Km Kraft (10 Stunden)
2240 Km Gesamt (Zu den Wochendetails hier klicken)

Das ganze Augenmerk ist jetzt auf den Wettkampf in der Schweiz gerichtet. Ich hoffe, ich kann in den noch 3 verbleibenden Wochen gut regenerieren. Der fünffach Ultratriathlon in Buchs steht Ende August an.


Lensahn

Triple-Ultra-Triathlon Lensahn

Drei Wochen nach meinem Triple in Österreich ging es also nach Lensahn, dem Wettkampf, bei dem ich schon seit zwei Jahren angemeldet war und immer wieder verschieben musste, weil ich mich jedes mal kurz vorher schwer verletzt hatte. Die Organisation hat mir freundlicherweise immer den Platz auf's nächste Jahr verlegt und dafür möchte ich mich hier noch mal auf's herzlichste bedanken, ist ja nicht üblich!! (ist halt so im Ultratriathlon, eben eine große Familie)
Am Mittwoch in der Früh um 7:00 Uhr ging es also bepackt mit drei Rädern und mit meinem Team bestehend aus meiner Frau, Lora und Megy aus Österreich los in Richtung Ostsee. Wir sind bewusst einen Tag früher als geplant gefahren, um einfach am Donnerstag noch mal Ruhe vor dem Wettkampf zu haben, denn in Blumau war mir das zu stressig, einen Tag vor dem Wettbewerb anzureisen.

Zum Wettkampf. Schon war er da, der Freitag Morgen und um 6 Uhr standen mein Team und ich im Schwimmbad von Lensahn in der Wechselzone. Ich hatte diesmal mehr als sonst Bammel vor dem Schwimmen, denn gut eine Woche vorher hatte ich mir einen Zug eingefangen, der mich kaum meinen Kopf vernünftig drehen ließ. Freilich war ich bei meinem Ostheopaten und er hatte das Ganze auch gelindert, aber vorbei war die Sache nicht.
Die ersten 3,8 Kilometer liefen dann mit 1:35 aber besser wie gedacht, doch auf den zweiten und erst recht auf dem dritten Teilstück wurde das ganze zu einer Qual.
Letztendlich musste ich wesentlich mehr Kraft als in Blumau in mein Schwimmen investieren, habe aber bis auf 3 Minuten meine geplante Schwimmzeit erreicht, freilich mit einem total lädierten Rücken, der mir im späteren Verlauf noch große Probleme bereiten sollte.

Nun beim Radfahren ging das Theater los, denn das Wetter spielte dieses Jahr beim Wettkampf richtig verrückt. Ich habe bewusst mal das Radbild genommen, das meine Frau beim ersten Starkregen aufgenommen hat, auf dem der Regen gut zu sehen ist.
Ich konnte lediglich die ersten 40 Kilometer mit der "Airon-Maschine fahren und die waren grenzwertig genug, denn der Wind kam zeitweilig in solchen Böen von der Seite, das es mich fast runtergewedelt hätte. Der einsetzende Regen hat mir dann aber die Entscheidung schnell genommen, um auf die Kuota Maschine zu wechseln. Das ich allerdings von da an nur noch mit diesem Rad fahren konnte, läßt auf die weiteren Witterungsbedingungen schließen.
Schon auf der Hälfte der Radstrecke wurden meine Rückenprobleme immer schlimmer. Sicher hat das auch damit was zu tun, daß ich 500 Kilometer mit einem Rad fahren musste, dass sonst eigentlich nur als "Nacht- und Schlechtwetter-Rad eingesetzt wird. Mehrmals in der Nacht musste ich anhalten und meinen Rücken auf der Blackroll ausrollen, die Schmerzen hatte ich damit aber nicht in den Griff bekommen.
Die erste Linderung brachte dann eine längere Pause, in der mich Dagmar, die Frau meines "Ultra-Freundes" Stephan Mayer, der auf Besuch beim Triple war, ostheopatisch die Rückenmuskulatur entspannte. Großer Dank an dieser Stelle an Dagmar und Stephan, denn ohne Eure Hilfe hätte ich sicher weit länger fürs radeln gebraucht, und ich denke, ich hätte noch nicht mal das Radfahren beenden können.
Gegen 4 Uhr in der Früh habe ich mich dann zum X-ten mal auf der Blackroll "gerade gebogen" und dabei rollte ich allerdings diesmal zu tief. Ein knacken im Lendenwirbel und mir wurde schwarz vor Augen. Ich dachte gleich noch mal runterrollen, wieder ein knacken und ich meinte, jetzt ist der Lendenwirbel wieder drinnen. Im nachhinein falsch gedacht, denn wie sich später herausstellen sollte, habe ich mir dabei wahrscheinlich zwei Wirbel ausgerenkt und ab da wurde das Radfahren zur Hölle.
Ich hatte noch zweihundert Kilometer vor mir, es begann wieder zu regnen (es hörte auch nicht mehr auf) und ich fand keine schmerzfreie Position mehr auf dem Rad. Das Absteigen für Verpflegungspausen wurde immer schwieriger und der Kampf gegen den Wind hatte mich zusätzlich generft. Zu allen Überfluss habe ich mir dann noch 4 Runden vor Schluss einen Hinterradplatten eingefahren, den ich ohne die Hilfe der zufällig vorbeifahrenden Streckenposten nie hätte reparieren können. Eiskalte Hände, nicht mehr fähig mich zu bücken und die "Kompliziertheit" des Schutzblechsystemes hätten dies für mich alleine unmöglich gemacht.
Die letzten Radrunden waren also eine "Tortur", aber aufgeben stand zu diesem Zeitpunkt nicht auf meinem Plan, obwohl es ungewöhnlich viele Teilnehmer zu diesem Zeitpunkt längst getan hatten. Letztendlich kam ich dann nach 26:50:33 ins Ziel, was gar nicht mal so weit weg war von meiner Zeit in Österreich, wenngleich ich, wie beim Schwimmen, immens mehr Energie aufwenden musste, um auch diesen Teil zu beenden.
Das Absteigen vom Rad in der Wechselzone war dann "filmreif". Ich bin kaum von dem Teil herunter gekommen und auch das nur mit irren Schmerzen. Der Arzt und das Massageteam wussten zu diesem Zeitpunkt bereits, daß ich Hilfe benötigte und sie hatten schon auf mich gewartet. Zeit hatte ich ja noch genug für das Laufen (über 24 Stunden) und ich dachte, einrenken und massieren würde mich schon wieder auf die Beine stellen. Weit gefehlt, denn selbst nach einer 3/4 Stunde Behandlung durch Arzt, Masseur und auch Dagmar war wieder im Einsatz, hatte sich keinerlei Linderung eingestellt. Ich konnte keinen Schritt mehr machen, der Rennarzt hat mir empfohlen, hier und jetzt den Wettkampf zu beenden und es ist mir in dieser Situation auch gar nicht schwer gefallen. Es ging einfach nicht mehr.

Lensahn schreibt nicht umsonst, "Europas härtester Triathlon" und ich musste mich heute geschlagen geben. Das ich einen Triple finishen kann, habe ich vor drei Wochen in Österreich bewiesen und die Gesundheit geht einfach immer vor, habe ich doch in drei Wochen einen Fünffachen zu bestreiten und da sollte ich wieder halbwegs gesund sein. Großer Dank wie immer an dieser Stelle an mein Betreuerteam, an den Veranstalter und alle Helfer. Seit 26 Jahren wird nun dieser Triathlon ausgetragen und es wird ihn auch in der Zukunft geben! (Die Deutung dieses Satzes überlassen ich jedem selbst) ;)



Donnerstag, 13. Juli 2017

Bad Blumau

Triple-Ultra-Triathlon-Weltmeisterschaft Bad Blumau


Tja nun war es da, dass Wochenende der Entscheidung. Schneller als mir lieb war, sollte es nach meinen Pleiten in Florida und Emsdetten nun endlich klappen, die ersten vernünftigen Punkte in der IUTA-Weltrangliste einzufahren. Zudem galt es, eine offene Rechnung in Bad Blumau zu begleichen, um mental mit dem Sturz und der letztjährigen vorzeitigen Saisonbeendigung abschließen zu können. Ein bisschen viel auf einmal ? zumal es mein erster "Triple-Ultratriathlon" werden sollte. Nein finde ich, ich hatte das Wort "DNF" aus meinem Wortschatz gestrichen und als einziges Ziel das Finish in der Sollzeit im Kopf und mit dieser Einstellung ging es am Donnerstag in der Früh um 4 Uhr auf nach Österreich.

Das Schwimmen ist eigentlich sehr schnell erzählt. Ich muß mich nicht ständig wiederholen, dass das Wasser und ich keine großen Freunde mehr werden. Das zwischenzeitliche "Hochgefühl" im nassen Element mit einem respektablen Ergebnis bei einem 24 Std. Schwimmen (2014) und der Bodenseequerung (2016) lies mich zwar hoffen meine Schwimmleistungen verbessern zu können, aber die drei Unfälle mit jeweils Schlüsselbein- und Rippenbrüchen habe das alles wieder relativiert.

Wie schon in den USA und auch beim Double in Emsdetten dieses Jahr legte ich eine Punktlandung auf die von mir vorgegebene Zeit hin. Nach 5:29:28 stieg ich in Bad Blumau aus dem Wasser und damit lag ich genau in meinem Zeitplan. Ich war noch nicht mal Letzter und somit waren alle Ziele für diese Disziplin erfüllt ;) Nach 26:27 Wechselzeit (Verpflegung auf allen "Baustellen" und einer kleinen Ruhepause) gings dann ab aufs Rad.

Freundlicherweise haben die Organisatoren meine "Unfallstelle" aus dem letzten Jahr von der Radstrecke entfernt und so mußten jetzt 200 Runden a`2,7 Kilometer bewältigt werden.
Ich fuhr ja, ausgerüstet mit drei Rädern, nach Österreich was sich im nachhinein als die goldrichtige Entscheidung heraus stellte. Die ersten Stunden absolvierte ich auf der "Iron-Maschine", die ich aber am späten Nachmittag gegen das "Winterrad" wechselte, denn es setzte starker Regen ein, zu dem sich am Ende ein gewaltiger Hagelschlag gesellte. Da das Regenrad auch noch mit profilierten Reifen ausgestattet ist, fühlte ich mich auf der sicheren Seite, wenngleich das Radeln bei diesen Wetterbedingungen natürlich keinen Spaß machte.

Etwas früher als geplant wechselte ich dann gegen 20 Uhr auf die Kuota Maschine, die mit Schutzblechen und einer Lichtanlage ausgestattet ist, um für die Nachtfahrt perfekt ausgerüstet zu sein. In der Nacht kam dann auch noch ein böser Nebel auf, der das Fahren bei Dunkelheit auch nicht besser gemacht hat.
Gegen 5 Uhr früh zog dann wieder eine Gewitterfront heran, die ich allerdings geschickt mit einer kurzen Ruhepause überbrückt habe. Als der Regen vorbei war, setzte ich wieder das Ironbike ein und schon auf der ersten Runde spielte die elektronische Schaltung verrückt. Also wieder auf das Kuota umgestiegen und weiter gefahren, natürlich mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch. Gegen 11 Uhr machte ich einen weiteren Versuch mit der "blauen Diva" und habe dann schnell erkannt, wo das Schaltungsproblem liegt. Der rechte Schalt-Bremshebel war defekt und für den einen Schaltvorgang pro Runde an dem ich diesen Hebel betätigen mußte, griff ich dann halt auf die Lenkerhörnchen-Schaltung zurück, nerft zwar aber es hat halt wieder funktioniert.
Ab Kilometer 300 wartete ich eigentlich Runde für Runde darauf, dass sich meine muskulären Probleme, die ich schon das ganze Jahr mit mir rumschleppe, einsetzen würden, doch nichts aber auch gar nichts war zu spüren. So überfuhr ich die 400 und auch die 500 Kilometermarke ohne Anzeichen einer Schwäche, wobei natürlich der kleine Anstieg in Richtung Rogner Bad zunehmend zu einem "Berg" wurde. An dieser Stelle muß ich mich bei meinem Osteopathen Rüdiger Aratsch auf's herzlichste bedanken, er hat mich wirklich in zwei Sitzungen wieder gerade gebogen und nur dadurch war das alles zu meistern.
Lange Rede kurzer Sinn, nach 26:19:08 war das Radfahren mit 540 Kilometern für mich beendet und stellte gleichzeitig die für mich längste Radstrecke dar, die ich jemals bewältigt habe. Wie auch schon beim Schwimmwechsel bin ich auch jetzt zum Laufwechsel hin, alles von der gemütlichen Seite her, angegangen und mit 21:57 Pause ging es jetzt zum Laufen ;)

Nach gut 32 Stunden Wettkampf gings nun auf die Laufstrecke und dass das kein Spaziergang werden wird, war mir schon auf den ersten zwei Runden klar. Beim Start herrschten 37 Grad im Schatten und die Strecke lag zu 90 % in der Sonne. Die erste Runde bin ich gegangen und die zweite Runde gelaufen um einfach zu sehen wie lange brauche ich gehend und laufend für die Runde, um dann die Strategie festzulegen, wie ich im Zeitfenster in's Ziel kommen müsste. Aufgeteilt in 4 Abschnitte (3 Mal 11 und 1 Mal 10 Runden) kam bei der Planung raus und das galt es jetzt abzuarbeiten.
Die ersten 11 Runden waren im nachhinein die härtesten, zumal ich sie zum Großteil in der Sonne laufen mußte. Immer wieder mir Gehpausen versehen rettete ich mich buchstäblich über diese Zeit und am Ende tat mir eigentlich alles weh. Nach einem kurzer Besuch bei meinen österreichischen Freunden, dem Trumer Triathlon-Team, beschlossen wir, dass ich eine Pause einlegen werde um danach vom Masseure der Truppe wieder auf Vordermann gebracht werden sollte, um den zweiten Teil meiner Strategie anzugehen. Auch bei der Nahrungsaufnahme wurde mir geholfen, es gab Bratwürste von Gerhard und eine Gemüsesuppe von meinem Freund Norbert Lüftenegger die mir sehr gut getan hat, denn das Zuführen von "Energie" war schon ein Problem auf der Radstrecke.
Nach einer Stunde Pause setzten wir also das Besprochene um und da mir meine Lendenwirbelsäule geschmerzt hat, hat mich der Masseure gleich noch eingerenkt nach der Massageaktion. Nach einem weiteren Gemüsesuppenteller gings also wieder los, die nächsten 11 Runden standen an. Was soll ich sagen, ich war wie ausgewechselt, konnte wieder laufen und meine Zuversicht, dass meine Strategie heute, hier in Bad Blumau, aufgehen würde, war wieder da. Den dritten Part machte ich genau so, weil, wieso soll ich was ändern, wenn es voll funktioniert.
Auf meinem Laufbildchen, das meine Frau auch auf Facebook gepostet hat, war ich schon 84 Kilometer unterwegs gewesen und es gibt Bilder von mir, (ich setze am Ende des Berichtes mal eines ein) die mich auf der ersten Runde zeigen. Der Unterschied ist gewaltig und stellt eigentlich das Getane auf dem Kopf. Ich dachte zu diesem Zeitpunkt oft an Robert (Neffe meiner Frau) der in Roth heute seine erste Langdistanz absolvieren wollte. Er stand zu diesem Zeitpunkt am Start und ich praktisch schon auf der Zielgeraden. Nur noch 14 Runden zu laufen zauberten mir ein Lächeln in's Gesicht und sofort kam aber auch wieder ein Schock, das ist ja noch ein ganzer Marathon!
Den negativen Gedanken einfach ausgeblendet, ging ich nun den letzten Teil meiner Strategie an, es waren ja nur noch 10 Runden zu laufen aber halt nicht in der angenehmen Nacht, sondern wieder in der prallen Sonne. Ich habe auf den letzten Runden sogar mein Laufshirt ausgezogen, weil vor lauter schwitzen und dauerndem abkühlen die Shirts ja immer nass wurden und mich überall aufgescheuert haben. 3 Runden vor Schluss habe ich dann mit Gerry (Oranisator) kurz gesprochen, der einige Wochen vor dem Wettkampf per Mail alle Starter nach ihrem "Wunschlied" für den Zieleinlauf gefragt hat meines von "ist mir Wurscht" auf "Whatever you want" von Status Quo gewechselt und schon bei dieser Absprache ist es mir kalt über den Rücken gelaufen und die Emotionen haben dann auch wirklich 3 Runden bis zum Zieleinlauf angehalten.
Mein Freund Bernhard Vogel hat Inge und mir dann auch natürlich einen unvergesslichen Zieleinlauf moderiert und ich konnte meinen Gefühlen endlich freien Lauf lassen. Nach 22:35:37 war der Laufteil des Triples geschafft und in einer Gesamtzeit von 55:12:35 war ich endlich am Ziel meiner Träume angelangt: "I am a Triple Ultra Ironman"

Zu keinem Zeitpunkt im Wettkampf hatte ich das Ziel vor Augen verloren diesen Triple zu finishen und es ist mir sogar besser gelungen, als ich es geplant hatte. Das Wort "DNF" hatte ich aus meinem Wortschatz gestrichen und das war einer der Erfolsgaranten. Schmerzen, ja die hatte ich, aber sie waren zu ertragen und das Glücksgefühl im Ziel ist mit Geld nicht zu bezahlen.

 

An dieser Stelle möchte ich mit meinen "Danksagungen" beginnen, denn alleine ist so ein Ding nicht durchführbar. Als erstes bei meiner Frau, die wahrlich einen Triple mit mir zusammen gefinisht hat. An Lora Reitblat, meiner zweiten Betreuerin, die mich oft im Nackenbereich massiert hat und zusätzlich meinen griechischen Freund "Zema" mitbetreute. An die Organisatoren und Helfer , die wieder für ein unvergesslichen Event sorgten. An meine Sponsoren und Unterstützer, allen voran Christoph Schwert, der meine Räder immer perfekt und bevorzugt vorbereitet. An die vielen Facebook-Freunde, die mir aus der Ferne die Post's meiner Frau gelikt und mir Applaus geschickt haben und nicht zuletzt an das "Trumer Triathlon Team" für ihre Hilfe, nicht nur in der Laufnacht, sondern während des gesamten Wettkampfs "Eure Freundschaft ist unbezahlbar". 

 

OHNE EUCH ALLE HÄTTE ICH DAS SICHER NICHT GESCHAFFT!


 

Der Bann ist nun gebrochen und lässt mich die vergangenen, wirklich schwierigen zwei Jahre vergessen. Die Saison ist noch lange und gespickt mit einem weiteren Triple in Lensahn, einem Quintuple (5-fach) in der Schweiz und zur Krönung einem Deca-Ultratriathlon (10-fach) in Mexico.


 

Ein großes "Dankeschön" an unsere "Lauf- und Walking-Gruppe" für den tollen Empfang nach der Rückkehr aus Bad Blumau. Die "Organisatoren" Maut und Hubert Mahlich und Bernd Benfer haben wieder alles gegeben, worüber wir uns natürlich super gefreut haben. "You Never Walk Alone"

 
Bild aus der ersten Laufrunde, die sehr "holprig" begonnen hat.

Samstag, 1. Juli 2017

Juni 2017

Der Juni-Trainingsmonat

"Job hui - Sport pfui"

So und nicht anders war der Juni. Zum zweiten mal in Folge ein DNF bei einem Ultra-Triathlon muß jetzt erst mal verdaut werden. Nur gut das mir dafür keine Zeit bleibt, damit nicht im Kopf eine Blockade entsteht.
Im Training konnte ich auch nicht alles umsetzen, vor allem macht mir meine "Schwimmfaulheit" zu schaffen. Ich hoffe und denke mal zuversichtlich, im Juli wird alles besser, den Bad Blumau und Lensahn stehen jeweils als "Triple-Ultratriathlon" an. Das wird eine ganz besondere Herausforderung für mich und mein "Team"

Die Distanzen im Juni:
20 Km Schwimm
1337 Km Rad (Spinning)
217 Km Lauf
100 Km Kraft (10 Stunden)
1677 Km Gesamt (Zu den Wochendetails hier klicken)

Seit 1. Juni nebenberuflich im "Powerfull EMS Studio Nürnberg" und seit 1. Juli freiberuflich im "McFIT Mögeldorf", jeweils als Personaltrainer, Herz was willst du mehr. Ich komme in großen Schritten meinem erklärten Ziel meiner "Trainertätigkeit" immer näher und denke, bis zum Jahresende steht alles!